Immer nach vorne!

Depression geht immer nach hinten. Sie nimmt immer die Energie zurück, in den Rückzug, in die Resignation, in die Passivität.

Deshalb – immer nach vorne!

Mein Moment, da wo es für mich los ging und langfristig besser wurde war, als ich das verstanden habe. Das war mein goldener Moment.

Du musst nach vorne! Immer nach vorne, immer in die Aktion, denn Depression macht das Gegenteil.

Und mein zweiter goldener Moment war, als ich verstanden habe, dass das nicht immer möglich ist. Das ist normal.

Immer nach vorne – immer, wenn du kannst.

Nur Fremdgehen

Am Anfang wollte ich nur ein wenig Fremdgehen. Das war wirklich so. Ich stand in meiner Garage und rang mit mir, mit dem, was ich entdeckt hatte, meiner Ehe, meiner Treue … keine Ahnung hatte ich, was kommen würde.

Vor zehn Jahren habe ich „Luder sind mir willkommen“ geschrieben und das war damals so. Genau so und ich bereue kein einziges Wort.

Auch wenn heute alles, so anders ist. … Und dann und wann vermisse ich es. Diese wilde Zeit.

Taschenbuch – Ebook – Hörbuch

wie damals

Mein erstes Hörbuch. Und mein erstes Buch überhaupt, denn als Taschenbuch gibt es „Luder sind mir willkommen“ schon lange.


So war das damals, so fing alles an. Ich dachte, ich wüsste jetzt Bescheid und wusste nichts. Ich hatte nicht einmal angefangen und verstand nur ein klitzekleinesbisschen, von dem, was ich da tat mit den Frauen.

Luder sind mir willkommen – als Taschenbuch und Hörbuch – überall wo es Bücher und Hörbücher gibt. Und es ist echt und roh und so, genau so, wie es damals war.

Und mittlerweile …

Am Anfang suchst du Sex. Du suchst einen saftigen Seitensprung, sexuelle Befriedigung, Feuriges mit heißen Girls oder echten Gents. Am Anfang denkst du: Das ist es! Hier in XY, auf XZ, mit XX ist das möglich.

Nach über zehn Jahren Erfahrung auf Datingplattformen und frivolen Partys dazu Folgendes:

Du suchst Sex, aber du findest Menschen. Das ist die Wahrheit.

Klar, du kannst auch Jahre an der Oberfläche bleiben, immer weiter das Gleiche mit neuem Gleichen tauschen, und dich mit maximaler Verdrängung hartnäckig nicht weiterentwickeln. Das geht. Das ist möglich. Aber, hast du nur einen Funken Verstand und Gefühl und Bereitschaft … und Bewusstsein … läuft es ganz anders.

Ja, sicher, am Anfang brennst du etwas ab. Wilde Szenen mit Fremden, von denen du hoffst, dass sie dir fremd bleiben im Nachhinein. Sachen, die du immer tun wolltest und du brennst. Wirklich, du brennst, endlich! Das tut jeder und das ist wichtig. Das Ego wird gefüttert und du machst Sachen, über die du Bücher schreiben könntest. Das Ego muss gefüttert sein, damit es nicht mehr so laut schreit und der Blick möglich wird auf das, was wirklich wichtig ist: Das Erleben, das Gefühl. Es ist ein riesengroßer Unterschied, wer fickt, das Ego oder das Ich.

Es sind Menschen, denen du begegnest, egal auf Date oder Party. Und läuft es gut, fällt dir auf: Etwas finden kannst du nur, wenn du den Menschen suchst, nicht den Sex. Das mit dem „Abenteuer im Beliebigen“, das geht vorbei und dann wird es neu. Dann wird es wirklich stark.

Wenn du zu einem Date gehst und es geht dir nicht primär um den Sex, nicht um die Verlockung, sondern du willst wissen, wer das Weibchen/Männchen, das du da triffst, wirklich ist, wenn das dein Fokus ist, dann bist du so weit. Wenn du wissen willst, mit wem du da etwas willst, wenn das deine Frage ist, dann hast du verstanden, wo die Tiefe ist. Und dann, danach fängt das Sexuelle an. Dummerweise wirst du oft enttäuscht. Nur selten sucht das Gegenüber mehr als Ego-Boost.

Aber wenn doch, dann wird es gut. Dann begegnen sich Menschen und das ist Konfrontation. Übrigens ist das auch möglich im Flüchtigen, im sehr Vergänglichen, ja sogar auf dem Gangbangtisch. Das ist aber selten, denn Begegnen erfordert Zeit.

Übrigens auch guter Sex, tiefer, berührender Sex. Die Sache mit der Sinnlichkeit. Auch das braucht Zeit. Du musst dich kennen, du musst den anderen erkennen und ihr müsst die Schnittmengen finden. Das sind die wahren, die großen Events, die möglich sind in einer promiskuitiven Welt, wenn … wenn man das will.

Und das ist nicht einfach. Unter der Oberfläche wird es schwierig, denn du musst mit anderen Menschen, nicht nur mit deren Oberfläche. Vor allem musst du mit einem: Mit dir selbst. Das ist der schwierigste Gegner. Nichts konfrontiert dich so sehr mit dir selbst, wie der Sex. Machst du die Augen auf, wird es anstrengend. Sehr anstrengend. Denn all der Mist, deine Schwierigkeiten, deine Ängste, deine Träume, dein Versagen, deine Traumata, deine Hoffnungen, deine Unfähigkeiten – einfach alles – steuert und betreibt deinen Sex. Deine Sexualität bildet alles ab. Schwierig zu entwirren, denn das musst du. Tust du es nicht, vögelst nicht du, sondern deine Ängste, deine Träume, dein Versagen, deine Traumata, deine Hoffnungen und deine Unfähigkeit. Du bist gar nicht da. Dein Unbewusstes fickt dich, während du fickst, und du merkst es nicht.

Harte Suche, aber sie lohnt sich. Ich mag es nicht missen.

Und heute sitze ich hier und vor mir liegt mein allererstes Buch. Ich habe da ein wenig korrigiert endlich einmal. Das jetzt acht Jahre her. Da habe ich das geschrieben, mit der Weisheit, die ich damals hatte. Voll schön. Ach, wie anders mir alles damals war, wie anders mir heute alles ist. „Luder sind mir willkommen“ – Es ist wie eine Zeitreise für mich. Ach, was dachte ich damals, ich hätte etwas begriffen, dabei wusste ich nichts. Das, von dem ich dachte, ich wüsste endlich und ich hätte verstanden, hatte mich einfach nur im Griff.

Wie Sand

Leidenschaft steht nur dem zu, der Leiden schafft. Im doppelten Wortsinn. Erstens wenn er leiden für andere erschafft und wenn er das Leiden schafft, bewältigt, meistert. Dabei gilt: Die Dosis macht das Gift. Es darf nicht zu wenig sein und nicht zu viel.

Ist leider so, sorry. Ohne Leiden ist Leidenschaft leider nie.

Sieht nur erst einmal nicht so aus, denn Leidenschaft, ist doch schön, oder nicht?

Leidenschaft will man doch! Leidenschaft ist eine Form der Liebe. Eros. Einer der griechischen sieben. Die alten Griechen kannten acht verschiedene Lieben, manche sprechen auch von sieben. Eros – die Leidenschaft – war berüchtigt, da sie die zerstörerischste ist. Und die konstruktivste fürchte ich, denn beides gehört zusammen, da es das Eine ohne das Andere nicht gibt.

Leidenschaft nährt sich aus dem Gegensatz, aus Unterschied, aus etwas Trennendem, das überwunden werden will.

Leidenschaft hat etwas mit Spannung zu tun, mit Ungewissheit, da man nicht weiß, ob man die Überwindung schafft. Gelingt es zu überbrücken, dort hinzukommen, wohin man will? Bekommt man was man will? Diese Spannung muss man aushalten und diese, genau diese Spannung macht lebendig. Dafür lohnt es zu leben, genau dafür, dieses Schweben in gespannter Angst. Nichts macht lebendiger als das.

So ist das mit Eros, der Leidenschaft. Auch in Beziehung, wo sie gewöhnlich besonders am Anfang ist. Da kennt man sich noch kaum. Da ist noch Ungewissheit und jede Menge Unterschied. Wer ist das da drüben überhaupt, fragt sich Frau und Mann. Du weißt es noch nicht, nur eines ist sicher: Irgendetwas zieht dich magisch an.

Und du darfst. Du bist erwünscht. Vielleicht und das steigert die Spannung und beinahe unerträglich ist es und lästig ist die Zeit, denn sie stört. Überwinden will man doch und am liebsten würde man den anderen fressen. Selten ist spürbare Angst dabei, meist ist es einfach nur Wollen und da sind nur lästige Hindernisse. Keine Zeit, Arbeit, Ehemann. Irgendwelche Störgrößen dieser Art stören. Zumindest ist es so, ist man erwünscht, die Liebe, der Eros, das Wollen des anderen erklärt.

Aber sind diese Hindernisse aus dem Weg geräumt mit der Zeit und man ist immer mehr vereint, verbringt Zeit gemeinsam, so ist da nicht mehr so viel, was trennt.

Vielleicht ist man – Gott behüte – zusammengezogen unter ein Dach in die gleichen Zimmer, auf jeden Fall ist man enger. „Jetzt geht es los“, denkt sie, die Frau. Der Mann vielleicht auch und er freut sich, aber er freut sich anders, denn er freut sich über die Sicherheit. Nicht selten blinzelt er und hat da so eine Ahnung: „Jetzt geht der Ofen aus“.

Da ist der Mann – endlich einmal – emotional im Vorteil und besser aufgestellt. Sonst ist er das nicht, sonst ist im Emotionalen im Schnitt besser die Frau, hier aber nicht, denn das kennt er bereits zur Genüge. Diesen Effekt kennt er besser als die Frau: Leidenschaft vergeht

Das begegnet ihm ständig. Alles strebt nach vorne – das ist des Männlichen Natur – und dann angekommen, Euphorie, und noch ein wenig, noch einen Moment und dann verfliegt alles im Wind. Dann braucht es ein neues Ziel, für neue Leidenschaft, denn Leidenschaft ist aus Sand und zerrinnt in der Hand.  

Das heißersehnte Motorrad. Ein Beispiel. Jahrelang hat man darauf gespart, geeifert und Bilder in Katalogen betrachtet, sich die Nase an der Schaufensterscheibe beim Händler plattgedrückt und vier Probefahrten gemacht und dann … steht es in der Garage. Die Leidenschaft für das „neue Stück“ bleibt noch eine Weile, dann wird es weniger und dann regnet es – könnte es regnen – und man lässt sie stehen. Undenkbar war das vor Monaten noch.  Die Leidenschaft ist weg. Das Ding ist nah und einfach zu haben. Es ist nicht weit, steht in der Garage, keine Überwindung, keine Ungewissheit.

Nur dann und wann, war man von der Leidenschaft – hier dem Motorrad – getrennt, fängt es wieder an. Für eine Weile, für kurz, aber verdammt, so wie früher wird es nie mehr.

Tatsächlich ist das Beispiel mit dem Motorrad ziemlich gut, zeigt es noch eine andere Seite der Leidenschaft, etwas was oft verwechselt wird. So ist es bei einigen Motorrädern ähnlich wie bei einigen Frauen. Du willst immer wieder aufsteigen und es ist wie verhext, dir scheint, dass die Leidenschaft größer wird mit ihr oder mit es. Du kennst sie oder es immer besser und fühlst immer mehr all die kleinen Details. Hier stimmt das Obengesagte nicht, die Leidenschaft steigert sich. Scheint es. Aber es täuscht. Die Leidenschaft ist nicht das Motorrad, die Leidenschaft ist jetzt die Fahrt, die sich durch das Motorrad erschließt. So auch mit der Frau. Es gibt Frauen, mit denen es sich gut durch die Kurven des Lebens fährt und immer wieder ist da Distanz auch zu ihr, und und daher bleibt es munter und spannend, auch weil da immer wieder Trennendes ist und jede Kurve neu zu erkämpfen ist mit ihr. – Merkt ihr es? Es ist nur eine Variante des gleichen Leidenschafts-Prinzips. Die Leidenschaft wird in die Länge gezogen, weil Trennendes immer neu im Kleinen entsteht. Das ist der Trick. Immer feinere Nuancen leidet man und erschafft man sich und erhält somit länger, was gerne wie Sand zerrinnt.

Und langsam, langsam verändert sich doch was da an Beziehung ist, egal ob zu Motorrad oder Frau. Es oder sie wächst ins Herz, lässt es springen, WEIL es bekannt ist, was aber gänzlich anders Liebe ist. Agape, oder Philia oder Pragma, aber nicht Eros.  

Leidenshaft vergeht. Immer.

Es gibt da nur diesen obengenannten Trick. Paare mit Leidenschaft über Jahre erhalten sich das. Sie disharmonieren immer wieder und etwas trennt immer neu, was dann wieder zu überwinden ist.

Anstrengend ist das, aber nicht anders möglich, da nur Leiden Leidenschaft schafft. Sie müssen streiten, oder anders auf Distanz. Sie brauchen Rituale in die Fremdheit hinein, Trennendes, Getrenntsein, Ärger, Wesensunterschied, Entwicklung vom anderen weg, damit sie … ihr habt es verstanden … überbrücken können mit heißersehnter Spannung.

Und es braucht ein Gleichgewicht. Trennendes und Verbindendes muss ausgeglichen sein, nicht zu wenig, nicht zu viel, nicht im Schnitt, damit es sich nicht trennt und nicht aneinander haften bleibt, was beides für Eros tödlich ist.

Kein Wunder, wie selten das ist.

Willst du also Leidenschaft und davon reichlich – nicht jeder will das, nicht jeder kann das, nicht jeder ist dafür gemacht, die meisten sind zu bequem, ihnen ist das Leiden die Sache nicht wert – so hadere nicht mit dem Trennenden oder dem Streit.

Er erschafft dir, was du willst. Du braust den Streit, den Widerspruch, die Abgründe. So wächst immer wieder neu Leiden, dass du schaffen kannst. Was nicht wächst, das stirbt. Immer. Ohne Ausnahme.

Aus gegebenem Anlass widme ich diesen Text der Sophie

Aus Begeisterung

für die Sache, für die Themen, für Sex und Beziehung und wie das im Leben so geht. Für die Männer, die Männlichkeit, die Frauen, die Weiblichkeit und das Leben habe ich, haben wir, Amanda und ich einen Blog ins Leben gerufen. Es gibt jede Menge Themen, über die man einmal schreiben will. Aber es reicht nicht für ein Buch. Und soll es auch nicht. Es sind Artikel, Statements oder kleine Erzählungen.

Dafür brauchen wir einen Raum und wir haben ihn erschaffen: Schlitz und Ständer – ein Blogg. Hier werden wir einbringen, was uns gefällt. Wir werden anecken, denn oft stehen unsere Vorstellungen diametral zur Mainstreamwelt.

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Endlich !!!

Was für ein Akt! Die Produktionsprozesse stocken. Es dauert, Homeoffice der Verlagsmitarbeiter, Papiermangel in den Druckereien, Missverständnisse, aber jetzt nach eineinhalb Monaten in der Verlagspipeline ist er da, in echt aus Papier und auch E-Book.

Also nicht dass Euch das Thema interessiert, oder so, nein, nein. Das denke ich nicht. Aber wer hat nicht so eine Bekannte? Nein, Bekannten.