Wenn ich doch nur, nur einmal wieder … ach, es ist müßig darüber nachzudenken. Zu viele haben das schon gedacht. Die Regale seufzen unter der Last von Büchern dieses Themas.
Trotzdem schreibe ich. Vier Uhr zehn früh ist und ich trinke Kaffee und erinnere vorgestern:
Ich stand an der Theke neben meiner Begleitung. Halt, falsch! Ich war ihre Begleitung, ihre Begleitung auf Zeit, so ein wenig Gnadenakt. So ist es korrekt.
Auf jeden Fall stehen wir da und vor uns an der Bar leicht vorgebeugt eine bezaubernd hübsche, beinahe nackte Frau. Das kommt auf diesen Partys wo wir – ich – bin/sind gerne häufig vor. Die Damen ziehen sich einfach gar nichts an, wenn sie es sich leisten können. Nur in Strapse taumeln die jungen Dinger die ganze Nacht dann über diese Feste und sehen zur Freude und zum Neid einfach nur gut aus.
Und vor einer ebensolchen jungen Dame in blauer Strapse stand meine Begleitung und neben ihr noch ich. „Geiler Arsch“, sprach die Begleitungsdame überlaut. Als Frau ist das erlaubt. Da darf man Komplimente machen dieser Art ohne Ärger oder Gegenwehr.
Die Junge hat sich gefreut über das Kompliment und wir haben dann zu dritt noch ein, zwei Scherze hin- und hergetauscht.
Meine Begleiterin hatte recht: Was für ein Hintern! Phantastisch sah das aus. Die Proportionen der jungen Dame in Strapse waren ideal, alles stramm, ein Wahnsinn war alles an dieser Frau. So hübsch, so propper, so fest. Es tut beinahe weh, so etwas vor sich stehen zu sehen, so ohne alles außer dem bisschen Spitze.
Das sind immer Momente, wo ich zwar lächle, doch innerlich seufze. Das habe ich verpasst. Damals in diesem Alter war ich nicht da, nicht sexuell, nicht als Mann, nichts davon und alles hat gefehlt. Ich konnte nicht. Ich hätte nicht und wusste nicht wie. Nein, ich wusste nicht einmal, dass. Auch Frauen in Strapse allgemein fehlten, so weit ich mich erinnere.
Und heute darf ich nicht und kann nicht mehr, schon wegen des Altersunterschieds. Das mag gar nicht so sein, aber so fühlt es sich an.
Noch einmal so, mit so jung und so perfekt. Das wäre schön mit einer so jungen, hübschen, das wäre geil, aber so richtig.
Ich weiß und kenne nicht nur von mir, da zieht sich im Mann, besonders im alternden, innerlich alles zusammen. Da ist der Drang besonders Drang und Mann will.
Der Witz ist, dass es gar nicht besser ist. Es ist nicht besser mit einer jungen Hübschen. Mit einer perfekten Frau, gemeint ist jetzt die Figur, der Griff, die Enge und die Jugend, ist es nicht besser, im Gegenteil. Meistens ist es schlechter, denn noch können sie es nicht oder achten mehr auf Schminke, ihr Antlitz oder ihren optischen Effekt, als ihren Eros. Nur selten ist eine Frau, die im Leben sehr posiert im Bett so richtig gut. Zu verhaftet, zu gezwungen wollen sie Show des Eros sein, anstatt der Eros selbst zu sein. Und noch jung fehlt das Wissen wie.
Es ist also nicht besser mit den jungen Dingern mit perfekten Hintern vor der Theke, trotzdem ist da all der Drang. Ich vermute, es ist einfach nur das Ego. Man will das, weil es erhöht und Sehnsucht ist. Mann will es wissen, ob man kann und kann man dann, so tut es gut. Mag sein, ein wenig ist es auch der Sinn für die Ästhetik. Aber … welcher Mann schaut beim Sex schon in den Spiegel? Ich rate ab, übrigens.
Und auch ich: Noch einmal mit so einer jungen, so einer perfekten. Es wäre zwar total sinnlos, aber einfach schön. Ich kann mich diesem Drang, dem Wunsch nicht entziehen. Gemein und bitter schmecken all die verstrichenen Gelegenheiten, die man hat verstreichen lassen. So ein wenig ist die Dame an der Theke und der Wunsch danach davon das Echo.
Die Lage ist, im kommenden, spätestens danachkommenden Jahr muss ich zur Operation. Die Prostata, das ist die Wirklichkeit. Das ist gemein.
Und deshalb … einmal noch jung, so wie damals. Ich würde … achwas, ich wünsche mir, die Jungen nehmen mit, was geht und an der Theke steht.