Warum die Einen Masken tragen, die Anderen aber nicht

Warum tragen die Einen Atem-Masken, die Anderen nicht? Sind die Einen dümmer als die Anderen? Haben die Einen einen Wissensvorsprung, die Anderen keine Ahnung oder umgekehrt? Oder haben sie einfach verschiedene Prioritäten?

Weder noch. Die dahinter liegende Motivation, ist eine ganz andere. Zwar kann es sein, dass die Einen mehr wissen als die Anderen, zwar kann es sein, dass es verschiedene Prioritäten gibt. Das ist aber nicht die Handlungsmotivation. Die Motivation das zu tun ist nicht die individuelle Angst. Das kann nicht sein, denn die Maske schützt dich selbst nicht. Es muss etwas anderes sein.  

Ich hole ein wenig aus. Ich kann es auch in einem Satz formulieren, für den Fall, dass Du es kurz und knackig magst: Menschen lieben Opfer! Das gilt Im dreifachen Wortsinn. Opfer zu bringen, Opfer zu sein und dass andere Opfer sind. Das lieben Menschen und das hat mit der Maske zu tun. Schaut her.

Der Ausgang aller Dilemmas ist: Es gibt kein Wissen. Es gibt eine Wahrheit, aber niemand kennt sie. Jeder hofft die Wahrheit zu kennen, kommt ihr aber allenfalls nah.

Wir glauben immer nur. Wir glauben, dass die Erde eine Kugel ist. Wahrscheinlich sind wir damit nah an der Wirklichkeit, aber es ist nur ein Glaube, ein Abbild der Wirklichkeit, eine Idee. Das gilt für Alles. Wirklich absolut total alles!

Bei religiösen Vorstellungen ist die Disparität zwischen Glaube und Wissen noch einsichtig, besonders, wenn es nicht die eigene Religion ist. Religionen sind nur Ideen und Konstrukte, Gaube. Das ist alles von oben bis unten absurd, also der Glaube des Anderen natürlich, besonders der, deiner nicht so sehr.  

Mit den rationalen Dingen ist das auch so, das sieht nur nicht so aus. Alle Wissenschaft ist nur Methode der Wahrheit nah zu sein, Wahrheit selbst ist sie nie. Deswegen ändert sich auch alle Erkenntnis ständig. Wäre sie Wahrheit, bliebe sie.

Wer das nicht glaubt, zu wissen meint, der begeht oben genannten Fehler eins.

So glauben die Einen, dass Masken-Tragen die Ausbreitung eines Virus zu verhindern hilft. Die Anderen glauben das nicht. – Natürlich bestehen beide Parteien darauf das jeweilige zu wissen, und untermauern mehr oder weniger eloquent und fundiert. Geschenkt. Auch diese Erkenntnisse sind nur Glauben, kein Wissen. Niemand weiß es wirklich, egal wie viele Studien und Gegenstudien es geben wird.

Oder man glaubt, dass Masken-Tragen vielleicht helfen, ein wenig, so ein bisschen, aber die Nebenwirkungen stärker und schädlicher sind; dass es gefährlich ist Masken zu tragen. Auch das ist wieder nur Glaube. Wissen ist es nicht. Jeder glaubt und gerne fordert er, dass der andere mindestens so schlau glaubt, wie er selbst und das ist hochemotional, da das, was der andere tut auf mich selbst ja Wirkung hat, Gefährdung ganz bestimmt, tödlich quasi, was aber – siehe oben – wieder nur Glaube ist. Hilfe!

Merkt ihr, wie schwammig alles wird? Wenn es kein Wissen gibt und alle nur glauben, wo ist denn dann das Fundament? Worauf soll ich mich denn verlassen als Mensch und genau das ist der kritische Punkt, jetzt wird es spannend! Der Mensch steht in Unwissenheit und sucht Halt und Bestätigung in einer Welt, die nie bestätigend ist und daher bringt er ein Opfer. Wenn man ein Opfer bringt, dann klappt es ganz bestimmt. Muss ja so sein, weil sonst sein Opfer sinnlos wäre.  – „Hä? Wie bescheuert ist das denn?“, denkst du jetzt und ich schließe mich an. Es klingt bescheuert, wenn man nicht weiß, wie das Gehirn funktioniert.

Handlungsresonanz. Bestimmt kennst du das Prinzip: Du lachst, weil du fröhlich bist. Du kannst dich aber auch fröhlich machen, indem du lachst. Auch wenn du nicht fröhlich bist, wird das Lachen dich fröhlich machen. Ein bisschen. Der Effekt ist mäßig aber tröstend. Auf jeden Fall ist er selbstverstärkend. Das ist steigerungsfähig und jeder der einmal einen Lachkrampf erlebt hat, kennt diese Macht. Das gilt nicht nur für Lachen, das gilt für alle Handlungen. Agierst du brutal, wirst du brutaler werden. Gibst du dich sanft, wirst du sanfter und so fort. Natürlich gibt es Grenzen und Gegenmechanismen, darum soll es hier nicht gehen.

Das Prinzip funktioniert und hat einen unglaublichen Charme in einer ungewissen Welt, in einer Welt ohne Wahrheit, denn inmitten all der ungewissen Wahrheiten hat man nur sich selbst. Also handelst du, damit deine Wahrheit Unterstützung erfährt. Du machst irgendeinen Quatsch, der vermeidlich sinnvoll ist.

Abraham ist bereit seinen Sohn Isaak zu opfern, da dies seinen Glauben beweisen würde. Natürlich kommt dann ein Gott und hält ihn davon ab, wandelt das Opfer in ein Lamm, was doppelt seinen Glauben verstärkt. Blabla… An dieser Stelle sei angemerkt, die Geschichte ist Glaube, sie ist nicht verbürgt.

Die Idee Opfer zu bringen ist neurologisch betörend. Selbstverstärkendes Handeln und dann hat dieses Handeln auch noch einen Preis! Doppeltgemoppelt! Fabelhaft! Wo Preis, da Wert, da muss etwas sein! Es muss ja nicht gleich der Lieblingssohn sein, der geopfert wird, eine Nummer kleiner, nen lästigen Lappen in der Fresse, der lästig ist, reicht ja auch.

Ich bringe das Opfer und trage eine Maske, damit andere nicht infiziert werden. Denn! Meine Theorie, mein Glaube des gefährlichen Virus hat recht. – Es hat funktioniert, ich glaube schon fester daran! Ich habe Recht, und ich zeige es nach außen. Der Lappen ist sichtbar, jeder kann es sehen, was damit dreifach verstärkend ist. Ich handle in meinem Sinne und bestätige meinen Glauben mir selbst, ich steige meine Bestätigung noch, indem es ein Opfer ist UND ich zeige es anderen, dass ich gläubig bin. Doppelresonanz. Dreifachresonanz. Wenn ich zum Ritter werde und dafür kämpfe aktiv sogar vierfach. Sozusagen überzeuge ich mich selbst davon wie die Lage ist, in dem ich tue was die Lage vermeidlich erfordert. Kreuzritter der Wahrheit bin ich jetzt und mein Glaube ist sooooo fest …  Ihr wisst nicht warum ihr in Foren so verbissen Eure Meinung kundtut oder auf Demos geht und Leute beschimpft, die ihr nicht kennt? Das ist die Antwort! So wird dein Glaube ganz fest, wandelt fast zum  Wissen, fast.

Die Maskenverweigerer sind keinen deut besser, als die Maskenträger. Sie gehen in Opposition und opfern ihren Frieden, zeigen, verstärken so ihre Gewissheit – die nur Glauben ist – und zeigen es anderen, fühlen sich gut im Widerstand. Das ist ihre private Doppelresonanz, wie erwähnt noch steigerbar und für das Ego ein Fest. Sie fühlen sich besser damit, genau wie die andere Partei auch.

Ist euch eigentlich schon einmal der Gedanke gekommen, dass das eine riesige Ablenkung ist? Aber im Buddhismus mehr davon.

Ich will an dieser Stelle nicht das eine oder andere Handeln verurteilen. Auch das Ego nicht. Ego ist wichtig. Alle glauben ja nur, und opfern, damit ihr Glaube so ein bisschen fester wird. Es ist ein Handeln aus Hilflosigkeit. Wir sind alle Menschen und total hilflos in einer haltlosen Welt ohne Wissen, deshalb machen wir all diesen Unsinn ja.

Die Sache hat Methode. Jetzt wird es fies, denn dieses Opfern wird instrumentalisiert. Das wird eingesetzt, um im Anderen Glauben zu erzeugen. Das nennt man Manipulation. Wenn du jeden Freitag oder jeden Sonntag in einen Tempel genötigt wirst – nur mal als Beispiel – dann ist das so eine Manipulation. Handeln, wiederholte Handlungsmuster, verstärken neuronal den Glaube an … ich nenne es einmal „Irgendwas“, denn es gilt für alles. Für wirklich absolut total alles.

Wenn du genötigt wirst Masken zu tragen, dann wird das deinen Glauben verfestigen, verinnerlichen, was in Wahrheit nur einer mehrerer denkbarer Glauben ist. Es wird der Gedanke verfestigt, der geglaubt werden soll. Du wirst zum Lachen genötigt, damit du fröhlich bist, sinngemäß – Das klingt pervers, ist aber ein allgegenwärtiges Prinzip. Die ganze Gesellschaft funktioniert so.

Natürlich sind nicht alle einverstanden und rühren dagegen auf. Sie lachen nicht mit, sondern werden wütend, traurig oder ichweißesnicht. In der Regel manchen sie das Gegenteil, was aber, wie oben genannt, auch wieder … ich glaube, das Prinzip ist verstanden, ich wiederhole mich nur.

Ganz wichtig! – Wir glauben nur! Und wir bringen Opfer. Geht das Opfer zu unseren eigenen Lasten, so geht es ja noch, obwohl ein wenig Skepsis ist angebracht. „Sich opfern“ hat so etwas Appellatives, so eine Komponente, die ein schlechtes Gewissen beim Anderen machen soll. Verdächtig häufig nähert „sich Opfern“, der Selbsterhöhung zu Lasten desjenigen, der zu seinem Opfer aufgefordert werden soll damit. „Ich trage eine Maske und du nicht du unsoziales Element, sei gesteinigt!“ – so, neulich in einem Supermarkt in Kabul passiert. Auch der Andere soll deinen Glauben glauben, damit er ein wenig wahrer wird für dich.

Ganz frech ist, selbst keine Opfer zu bringen, aber von anderen Opfer zu fordern. Das ist heikel, aber funktioniert, wenn man nicht übertreibt besonders gut. Das klingt ungerecht und ist es auch, aber es ist effektiv und üblich. Zum Beispiel, dass ein Landtag beschließt alles müssen Masken bei Versammlungen tragen, nur ebendieser Landtag nicht. Oder wenn die Häuptling behauptet, keine Maske tragen zu müssen, da sie Abstände einhält (was sie nicht macht), es bei anderen aber unter Strafe stellt. Das ist frech aber logisch. Auch das ist das Opferprinzip. Hier ist das Opfer die Demut, die man erbringen soll, damit der Imperativ Unglaube der Untertanen in Glaube wandelt. Das wird über die Schiene „wir sind Übermenschen und du niederes Gekreuch und schon deshalb haben wir recht.“ Installiert. Wieder das Handlungsresonanzprinzip.

Schön.

Soll ich jetzt eine Maske tragen, oder nicht? Es kommt darauf an, was du glaubst. Der Erkenntnisgewinn ist nicht, ob oder ob nicht, die Befreiung ist zu verstehen, dass es auf einem Glauben beruht und nicht auf Wissen, egal welcher Meinung du bist. Das ist wahrer Fortschritt, denn nichts ist so verheerend, wie das Verwechseln von Glaube und Wissen. Ein Beispiel dazu:

In den dreißiger Jahren war man sich in der Wissenschaft – Wissenschaft sind die, die wissen –  einig, dass Arier die führende Rasse und allen anderen weniger lebenswert sind. Nur mal als Beispiel, und es ist kein geringes, aber nicht das schlimmste aller je dagewesenen.

Überlege dir, wem du Opfer bringts und vor allem, dass es nur auf deinem Glauben beruht und lache nicht über die albernen Opfer des anderen. Der Andere zeigt nur seinen Glauben, denn wissen kann er nicht, kann niemand! Aber auch für Dich gilt: Du glaubst.

Das nimmt unglaublich Druck aus der Sache. Also mache es doch so: Der Andere ist gläubiger Dilettant und ich bin es auch und ohne Druck nimmst du die Maske viel eher ab oder auf. Und der andere, der Idiot, vielleicht eher auch.

P.S.: Das falsche Genus (Geschlecht) bei „die Häuptling“ ist Absicht. Ich finde es klingt so zutreffend archaisch und primitiv matriarchal – ich habe lange abgewogen, wollte die indigenen Völker nicht beleidigen, aber ich vertraue: Sie kennen das Problem mit den alten weisen Frauen genau.)

Wie Mann ein Mann wird

Dominanz ist ganz einfach. Dominanz funktioniert so: Du kannst bleiben, oder gehen. Das steht dir frei. Aber wenn du bleibst, gelten meine Regeln.

Das ist das Prinzip.

Die oder der Dominierte, zerrt und frickelt ständig an den Rändern der Regeln herum. Er oder sie stellt in Frage, opponiert im Kleinen immer wieder. Das ist wichtig. Das soll so sein. Es ist ein Spiel. So bleibt die Dominanz erhalten. Sie wird immer wieder neu installiert, bleibt der dominante Part bei dem, was er will.

Stellt die oder der Dominierte eine Bedingung für das Bleiben, so löst sich die Dominanz auf. Man kann nicht unter Bedingungen dominieren. Das geht nicht. So funktioniert es nicht.

Menschen sind keine Heringe. Sie funktionieren nicht im Schwarm. Einer muss führen. Immer! Wirklich immer!

Frauen wollen nicht führen. Nein, sie wollen es nicht. Es gibt keine Dominas! Nicht wirklich. Wenn, ist es ein Schauspiel. Es ist gut und wichtig und schön und darf und soll sein. Es hat seinen Reiz und ist von Nutzen im Alltag. Aber Frauen wollen nicht führen, nicht dauerhaft. Ich kenne keine Einzige. Nicht eine! Nicht im Kern. Nicht, wenn es warm werden soll, oder bereits warm ist:  Dann betrachten sie dich und ihr Blick spricht: Führe du!

Das geht aber nur, wenn die Frau keine Bedingungen stellt.

Und es geht nur, wenn der Mann sich nicht dafür schlecht fühlt, was sein soll: Er führt, sie folgt.

Das soll so. Nur so wird es warm.

Begreifst du das, wirst du Mann.