Ich habe überlebt

aber es war knapp. Kleiner Scherz. Ich überlebe es immer.

Nee, war schön. Nach über drei Jahren noch einmal auf so einem richtigen Kinky-Event. Party die ganze Nacht zu elektronischen Beats und dazu Fetisch hier und da und wenig an oder Latex und Leder.

Es war … ja, es war genau wie früher immer, wie vor drei Jahren und all die Jahre davor. Und doch, ja, für mich war es schon spannend, aber wie gesagt, ich habe überlebt.

Zur Erklärung: Ich sitze hier am Morgen danach 7.27Uhr in den Kissen im Hotel. Siehe Foto.

Ein frühes Resümee: Es war perfekt. Ja, es war perfekt organisiert, das muss man H. ja lassen, ihm und seiner Crew. Es hat an nicht gefehlt, auch, wenn einige bestimmt wieder stänkern werden. Dann sollen sie doch mal selber machen … können sie aber nicht. H. hat uns sogar nicht im Regen stehen lassen in der Warteschlange, sogar das, wo es doch gar nicht geregnet hat.

Nein, wirklich, die Orga: spitze, die Location mag ich und die Musik hat gesirrt. Sogar der Raucherbereich war schön eng und ungemütlich. Ist keine Ironie – das gehört so! Ganz alte Tradition.

Und die Gäste waren cool und hübsch. Ja, die Leute sind cooler geworden mit den Jahren. Und jünger. Die werden immer jünger, je älter ich werde. Hey, ich habe Bekannte getroffen, die haben schon graue Haare, undenkbar bei mir.

Nein, wirklich klasse und es wurde richtig gerockt! Gut, sie waren alle in sehr wenig Dress, besonders die jungen Damen und deshalb und trotzdem null sexuell. Das können sie nicht, macht ja nichts. Das wird schon.

Nach drei Jahren endlich wieder! Trotzdem weiß ich nicht, ob es für mich das Richtige ist. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob es das jemals war.

Wenn ich da so stehe und die alle tanzen sehe – und mich selbst natürlich auch -, da frage ich mich, ob sie das fühlen.

Ich frage mich das die ganze Zeit ohne Unterlass. Ich kann nicht anders, denn deshalb bin ich ja hier. Ich frage mich, ob die Männer sich begehrt fühlen. Ob sich irgendein Mann begehrt fühlt von einer Frau, wenn er da tanzt, steht, sitzt oder raucht. Ob das möglich ist. Wenn es nur einer wäre, nur ein Einziger, den würde ich gerne fragen, wie das so ist.

Dass die Frauen das können, das ist mir klar. Das fühle ich, ist nicht zu übersehen. Ich glaube, dafür sind sie auf der Welt.

Aber die Männer? So einer wie ich? „Ich werde begehrt?“ „Ich bin begehrenswert?“ – spürt der das auf so einer Party?

Ich kann das nicht. Noch nie, keine einzige verdammte Sekunde. Nicht möglich. Übrigens auch sonst im Leben nicht, aber auf so einer Party müsste es doch, es liegt doch so nah, dafür ist das doch … ist aber nicht.

Ich habe es tausende Male versucht, aber ich werde nicht begehrt. Ich weiß es, denn es ist nicht fühlbar.

Ich würde so gerne und es ist ein so gemeines Gefühl, so eine unendliche Sehnsucht, aber leider nicht möglich, nicht für mich. Und wenn ich sie da alles so tanzen sehen, dann fällt mir das ein wenig schwer.

So gerne würde ich. Ich glaube schon, dass man an Sehnsucht sterben kann. Aber ich habe ja überlebt. Ich war vorbereitet und wusste was kommt. Ich hatte ja drei Jahre Zeit.

Ich muss mal gerade den Stift weglegen und ein wenig weinen. Noch keine einzige Sekunde bis jetzt – ich kann nur unglaublich gut faken und so tun als ob, das ist alles.

Und genau das würde ich gerne wissen, ob die anderen auch alle faken, oder ob sie es fühlen können.

Ich vermute, sie können es. Ich glaube, dieser Defekt ist meiner.

Und ich tanze mit, zwischen den halbnackten Weibern, sehe all die Attraktionen, all die lustigen Vögel, diese Community, die ich echt gerne mag. Ach, was hab ich Euch alle vermisst die drei Jahre, fühlt Euch gedrückt. So schräg ihr alle seid, ihr seid toll.

Doch, was bleibt ist diese Sehnsucht, es einmal fühlen zu können, da wolle mich eine. Ich kann es sehen, wenn eine … aber fühlen kann ich es nicht. Ich lächle und fühle … Sehnsucht, sonst nichts, denn ich fühle es nicht …

Manchmal, so ganz manchmal, – das ist aber jetzt echt privat – bin ich kurz davor. Ich bin kurz davor es zu spüren, es fehlt nicht viel, ich müsste nur … ich müsste … ich müsste es zulassen. Ich müsste mich öffnen, ich müsste mich zuwenden, es ist nur einen Wimpernschlag entfernt, … dann … da würde es! Dann würde es riesengroß, ich weiß es! Dann wäre es da, das Gefühl „Ich werde begehrt!“ Vielleicht sogar auf so einer Sause von irgendeiner.

Doch da ist diese Angst, es passiere wieder und ich sterbe. Sie wird mich töten, wie damals. Auch, wenn es eine andere ist.

Ich weiß es, ich weiß und ich weiß es und jede Faser in mir ist aus Angst.

Ach egal, ich glaube ich habe einfach einen kleinen Schaden und denke zu viel nach.

Zurück zum Thema. Ich fand es super. Diese Sausen sind super und super gemacht. Und: Ich bin wieder drin! Ich bin wieder dabei!

Ich komme wieder, garantiert, obwohl es komplett sinnlos für mich ist, da ich mir nur und die ganze Zeit unablässig diese eine Frage stelle. Es ist ein wenig zum Lachen, aber: Ich komme gar nicht zum Feiern.

Wir sehen uns Samstag am Pool. Freu mich.  

Meine liebe Hanna

Geschrieben hatte ich es blitzschnell. Das war so eine Idee und sie kam ganz plötzlich und dann drangesetzt und getippt bis spät in die Nacht – was ungewöhnlich für mich ist – und dann war sie fertig.

Und ich war verliebt, aber sowas von, denn Hanna ist etwas ganz Besonderes. Eine hübsche, gelangweilte Frau mit diesem klitzekleinen Defekt. Hätten das die Ganoven geahnt, sie hätte Hanna nie …

Es ist mein Lieblingsbuch, noch immer, zumindest, was die frivolen Bücher angeht. Denn es entwickelt sich. Was turbulent beginnt, wird knallhart und gefährlich. Die Frage ist nur, für wen?

Hanna und die Räuber. Ein frivoler Roman, ein wilder Roman und ein wenig Kenntnis in Devotion und Sadismus wird vorausgesetzt, denn sonst verdaut der Leser es nicht, denn Hanna ist … Wie gesagt, lest es selbst. Es ist nicht BDSM, es ist nicht Romanze, es ist nicht Krimi. Es ist schlimmer, es ist mit Hanna!

Kaffee ist aus …

Ich versuche ja wirklich, wirklich, wirklich optimistisch zu sein und positiv in den Tag zu kommen. Ich bemühe mich redlich, aber dann …

… muss ich zum Aldi morgens um acht. Der Kaffee ist alle. Und ich höre diese Gespräche mit. Da im Discounter, in den Gängen, wie sie dort stehen und … ihr wisst, was ich meine, oder nicht? Diese Unterhaltungen, diese Bewegungen, diese Blicke schiefer Gestalten in Jacken von Jack Wolfskin auf ein Meter fünfzig Abstand, weil das ist ja „noch so drin“.

Ist das schrecklich, wie borniert und spießig sie ihren Reihenhausbiotopen entstiegen sind. Es ist Vorhölle. Dieser Dresscode, alles so mau und pragmatisch und ohne Geschmack. Ich habe heute ungepflegte Füße in Gesundheitsschuhen aus Netz gesehen! Ich bin so gut wie tot, dabei wollte ich nur Kaffee!

Weitere Beispiele habe ich leider keine, alles verdrängt.

Wenn die dort stehen und ich sehe ihre Verkrampfungen … sehe ihre Frustration, diese Brillen und diese Kurzhaarfrisuren. Oder bilde ich mir das ein? Ich will ja selbstkritisch sein. Ich habe ja auch meine Defekte und Kurzhaarfrisur, und nicht, dass ich hier ungerecht Fehler mache. Doch, ich finde die alle so schrecklich und am schrecklichsten ist die Frage: Gehöre ich dazu?

Darf man ja einmal stellen und hinterfragen. Aber nein, irgendwie nicht. Die fühlen sich wohl, die wollen das so und ich: 08:05 Uhr im Aldi und will einfach nur weg. Gemeint ist das Land, nicht der Aldi.

05.08.23

Vierhundert Seiten?!?

ja, es klingt nach viel. 400 Seiten Depression. Schön scheint das nicht. Das muss doch trübe sein? Aber keine Angst, ich habe mir etwas einfallen lassen.

Auch bei diesem Thema ist es möglich, munter zu bleiben, wenn man die Worte richtig wählt. So ist das Buch wider Erwarten frisch und voller Energie.

Ist sowieso ein Missverständnis, der Depressive hätte keine Energie – das Gegenteil ist der Fall. Er kann nur nicht … ach, lest es selbst.

Jetzt überall erhältlich als Taschenbuch oder Ebook.

Verkaufsstart

Heute geht es los! Ab heute 1.8. ist „Sehnsucht bei flacher Atmung“ im Handel. Bildlich gesprochen, wird es dort in die Regale gefüllt. In ein, zwei Tagen wird es auch als Ebook in den Datenbanken erscheinen.

Endlich – obwohl, es ist ein verrücktes Gefühl. Das Buch ist so viel von mir. Es ist so gemein, dort im nachhinein diese Details zu lesen, dabei ist es ja nur mikroskopisch wenig. In Wahrheit ist das Thema ja viel größer.

Doch immer wieder, wenn ich in dem Probeexemplar auf meinem Tisch hier blättere … „Scheiße!“, denke ich, denn es ist wirklich so. So wirkt sie bei mir. Immer wieder: „Es ist viel größer, als du denkst!“ Mein Leben mit Depression.

Sehnsucht bei flacher Atmung. Überall zu kaufen ab heute.

Kauft mein Buch

es lohnt sich!

Nein, das ist zu flach. So kann ich das nicht schreiben und so habe ich das auch nicht gemeint. Was ich sagen wollte ist: Kauft es beim Verlag, nicht bei Amazon und Co. Die sind reich genug. Helft den kleinen, gemeint sind die Verlage, denn die kämpfen.

Den Link hinterlege ich überall. Wenn ihr es euch kaufen wollt, wenn ihr Interesse daran habt, was eine Depression mit einem macht, dann kauft es da.

Natürlich freue ich mich über jeden Leser und übermorgen geht es los. Das Buch gleitet überall in den freien Verkauf.

Sehnsucht – bei flacher Atmung – obwohl, „Lass es aufhören“, fällt mir gerade als alternativer Titel ein, jetzt in diesem Moment. Denn dieses Gefühl ist Depression auch.

Immer nach vorne – denn es hilft

Die Idee kam mir mit dem Ärger. Ich recherchierte, was es an Buchtiteln zu Depression gab. Wie ist die Ratgeberlandschaft? Ja, und da entdeckte ich Gutes. Auch, aber nur „auch“, denn vieles, von dem was da in Ratgebern geschrieben ist … das ist … also darüber kann man sich als Depressiver schon aufregen – so man das denn in seiner Depression kann.

Was da geraten wird ist nicht falsch und gut gemeint, aber es funktioniert nicht. „Zeit für sich nehmen“ ist ein absurder Vorschlag. Ein „Bad einlassen“, niedlich, die „positiv denken“ … lieb gemeint. Es ist praxisfern, denn es widerspricht der depressiven Logik. Depressive können bestimmte Dinge nicht, anderes unerwartet gut.

Da war die Idee geboren einen Ratgeber für Depressive zu schreiben, einen händischen, einen, mit dem er etwas anfangen kann.

Begonnen habe ich mit drei Übungen, die ein Depressiver machen kann, steckt er in der Tristesse, in seinem ganz privaten Sumpf. Die drei funktionieren immer – zumindest in leichter bis mittelschwerer Depression. Die kann man machen und bringen ein wenig Entlastung. Ein wenig weicht die Lähmung zurück, der Depressive erlangt neu Handlungsspielraum.

Mehr nicht, aber immerhin, es funktioniert.

Ich schreibe aus der Perspektive eines Betroffenen. Ich bin kein Arzt oder Therapeut, aber ich habe Depressionen seit Jahrzehnten und mir Strategien erarbeitet, wie ich mich aus der Depression heraushebeln, ja es mir erleichtern kann.

Das sind die ersten drei! Basistools für den Fall der akuten Depression. Und nebenbei erkläre ich, eine andere Sicht auf Depression, eine, unter der man sich etwas vorstellen kann.

Jetzt überall im Handel, als E-Book/Kindle/Taschenbuch

Neu: Immer nach vorne! Selbsthilfe in akuter Depression

Was tun in akuter Depression? Das große Problem eines Depressiven in akuter Depression ist die Lähmung, die Tristesse, dieser psychische Brei, der verhindert, dass er ins Handeln kommt. Er kann seine Lage nicht verbessern, denn er steckt fest und das immer wieder.

Dieser Ratgeber stellt drei Basistricks vor, wie man in dieser akuten Situation in Bewegung kommen kann. Die psychische Lähmung der Depression kann mit diesen Tricks gemildert werden, es wird leichter für den Depressiven, die Stimmung hellt sich ein wenig auf.

So klein die Kniffe sind, sie funktionieren! Sie funktionieren immer und überall und bedürfen keiner Vorbereitung, keines Aufbaus, ja bleiben sogar von anderen in Gesellschaft unbemerkt.

„Immer nach vorne“ ist ein Ratgeber geschrieben aus der Perspektive des Betroffenen. Der Autor leidet selbst lebenslang unter Depression. Die drei im Buch erklärten Tricks sind die Basis-Methoden, wie er sich aus dem Tal der Depression aktiviert und haben sich bei vielen Leidensgenossen bewährt.

Mit drei kleinen Tricks ist keine Heilung von Depression möglich, ja, nicht einmal eine tiefgreifende Verbesserung. Das ist mit so einfachen Mitteln nicht denkbar. Depression ist ein Titan und wirkt hinein in alle Lebensbereiche. Heilung kann hier nicht versprochen werden, aber es ist eine erste Selbsthilfe im akuten Zustand.

Es sind auf Depressive abgestimmte Methoden. Depression folgt einer fremdartigen Logik, aber sie ist logisch! Depression fällt nicht vom Himmel, funktioniert nach strengen Regeln und aus nachvollziehbaren Gründen, die aber schwer zu durchschauen sind. Vieles funktioniert anders unter Depression als im „gesunden“ Leben. Was „im Gesunden“ sinnvoll ist, kann unter Depression kontraproduktiv sein. Diese Tricks werden dieser Depressionslogik gerecht, auch wenn sie zunächst befremdlich klingen.

Zudem erklärt der Ratgeber eine handliche Sicht auf Depression, eine, mit der der Depressive verstehen kann, was mit ihm und in ihm geschieht. Depression ist keine Krankheit. Depression ist ein Modus. Ja, Depression ist elend und kann sehr gefährlich sein. Hier wird Depression nicht relativiert oder gar von Therapien abgeraten, im Gegenteil, es wird dazu ermuntert! Doch die hier dargestellte praxisnahe Sicht auf Depression, eröffnet neue Möglichkeiten. Mit den richtigen Methoden ist man der Depression nicht mehr so sehr ausgeliefert und mit diesen drei simplen Tricks, fängt es an. Nein, mit ihnen fängt der Anfang an, der möglich macht, dass es anfangen kann.

Immer nach vorne ist der erste Band der Ratgeberreihe – „Pragmatisch gegen Depression“