Nicht gut

Boh, ein krasses Bild! Was ist das denn? Ich bin dagegen!

Zur Abwechslung an dieser Stelle einmal eine Bildbesprechung. Man soll seine Beiträge abwechslungsreich gestalten. Also hier:

Ist das Bild übel! Da wird einem ja schlecht. Und schlecht gemalt ist es auch. Mir gefällt weder das Sujet, noch der Stil, noch das Motiv und genau deshalb diskutiere ich das Bild einmal. Es ist eine Kritik. Ich bin empört, weil es trifft, weil es so übel ist.

Halten wir einen Moment inne bei aller gebotenen Entrüstung und schauen hin. Was ist zu sehen? Eine Masse Menschen – gemalt – trägt Masken und Fahnen und zeigt anklagend auf den Betrachter. Das Emblem und Farbgebung der Masken schrammen knapp vorbei an verbotenen Motiven der Nazizeit. Das ist pure Provokation. Und dazu noch die Personen in Düsternis getaucht und uniformen Mänteln. Igitt. Die Assoziation an Momos graue Männer ist da noch eine freundliche.

Auch ist Aggression enthalten, und zwar reichlich! Die Maskenträger wollen den Betrachter überlaufen, schwenken Fahnen in Begeisterung dabei und fordern brutal und uniform.

Das Bild lenkt den Blick von dem Jetzt auf das Damals von vor achtzig Jahren. Das Bild vergleicht das Maskentragen mit dem braunen Dreck. Einfach widerlich. Oder gefällt euch das? Ist das Effekthascherei in dem Bild, oder ist das gerecht?

Ein paar Gemeinsamkeiten zwischen damals und heute gibt es schon, da kann man nicht dran vorbei. Es wird vor einer diffusen Gefahr gewarnt in beiden Fällen. In beiden Situationen gab/gibt es etwas irgendwie Gefährliches. Heute ist es ein Virus, damals war es der expansive Bolschewismus, der irgendwie Bedrohung mit noch anderem in Gemenge war. Das war genauso diffus und wurde weidlich ausgenutzt Menschen in ein Gatter der Angst zu treiben. Unter Angst gelingt das Denken nicht. So funktioniert das. Nur die Starken können das, damals wie heute, und die sind rar, damals wie heute.

Etwas äußerliches muss getragen werden, ein Abzeichen, damals wie heute. Ein Zeichen der Zustimmung unter Zwang. Verordnungen hagelt es auf die Menschen, Sonderverordnungen, Ermächtigungen ermächtigen Mächtige und erst neulich las ich von einem Vergleich, dass überall wieder der Blockwart von damals zu finden sei in der Nachbarschaft. Ich bestätige das. Das Denunziative, das Miese, das Anbellen an die Adresse der Abweichler, die Rücksichtlosigkeit ist wieder da, genau wie damals. Alles beruht auf Angst – genau wie damals – und Denken und Kritik wird … naja nicht verboten, aber mit den Konsequenzen deiner Kritik musst du leben, ist Kanzlerton. Welche Konsequenzen drohen, lässt die Kanzlerin offen, da war der Kanzler damals eindeutiger und auch anders in Dimension und Ton. Ich zucke. Parallelen sind da schon, auch wenn es wahrlich nicht das Gleiche ist.  

„Aber das kann man doch gar nicht vergleichen! Das verbiete ich mir!“, höre ich die Empörten und sie haben Recht. Diese Angst vor einem realen tödlichen Virus, das offensichtlich alle dahinrafft – die Straßen liegen ja voll mit Dahinsiechenden – kann man nicht vergleichen mit der suggerierten Angst vor boschiwistischer Aggression, fehlendem Lebensraum oder halluzinierten Verschwörungen in Zion. Das kann man wirklich nicht vergleichen, das meine ich ernst! Aber die Mechanik ist die gleiche: Angst lähmt und Rechte zerfallen zu Staub. „Was soll ich denn machen?“ – Der meistgesprochene Satz, damals wie heute. Schon wieder ein stimmiger Vergleich. Ach verdammt. Vielleicht hat das Bild einfach widerlich Recht auf eine gewisse Art?

Nein, nein, nein! Hat es nicht. Das damals hatte eine ganz andere Dimension, war millionenfach mörderisch. Diesmal geht es um das Gute, soll schützen, die Gesundheit und so. Allerdings bestätigt meine Mutter – Jahrgang 33 –, dass es damals auch so angefangen habe. „Was sollen wir denn machen?“, haben sie damals gesagt im O-Ton, berichtet sie. Ich glaub ihr. „Die haben nicht sofort getötet.“, berichtet sie. Ich glaube ihr. Man muss diese Denke der „Gerechten“ üben. Das kann man nicht sofort. Ich habe ihr das miese Bild von oben gezeigt und sie lachte nur auf: „Ja genau!“, sprach sie.

Wehe, was da kommt! Seht hin! Füge ich an.

Ich mahne! Hoffentlich liege ich falsch. Egal, das Risiko gehe ich ein. Ich mahne, solange man so etwas noch äußern darf. Viel Zeit bleibt mir nicht, fürchte ich.

P.S.:  Ich rate davon ab, das zu liken. Das Internet vergisst nichts. Nicht dass ich euch wegen einem Like hier, in ein paar Jahren in einem Gulag wiedertreffe. Kleiner Scherz, ähm … hoffe ich.

P.P.S.: Ich weiß leider nicht, von wem das Bild ist. Ich will kein Urheberrecht verletzen. Als Entschädigung hier von mir an die Adresse des unbekannten Künstlers: Kompliment, das Bild ist maximal widerlich und passt damit in beide Zeiten, auch wenn es nicht die gleichen Zeiten sind, finde ich.  


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